Romain Rolland
Romain Rolland ist geboren in Clamecy als Sohn eines Notars und erhalt eine gutburgerliche Erziehung und Ausbildung. Nach einem Studium an der Pariser Ecole Normale Superieure, der franzosischen Eliteschule fur die Lehramtsfacher an Gymnasien, geht er 1892/93 als Stipendiat in Rom, um an seiner these (Doktorarbeit) uber Les Origines du theatre lyrique moderne zu arbeiten. Nach deren erfolgreicher "Verteidigung" (soutenance) ist Rolland 1895–1912 Professor fur Musik- und Kunstgeschichte an der ENS und der Sorbonne.
Von seinem sehr umfangreichen Schaffen (zahlreiche Theaterstucke, Biografien, Essais und schlie?lich Romane) kennt man heute vor allem den 10-bandigen "roman fleuve" Jean-Christophe (1904-12). Titelheld ist der junge deutsche Komponist Johann-Christoph Krafft, der jedoch seine entscheidenden Bildungserlebnisse in Frankreich hat und somit quasi die ihm angeborene "deutsche Energie" mit "franzosischen Geist" verbindet und veredelt.

Der Jean-Christophe war ein gro?er Erfolg. Er brachte seinem Autor 1915 den Nobelpreis und wurde nach 1918 auch von den gar nicht so wenigen frankophilen Deutschen geschatzt, die das Gerede von der deutsch-franzosischen Erbfeindschaft satt hatten und auf Verstandigung setzten. Wahrend des 1. Weltkriegs ging Rolland in die neutrale Schweiz und versuchte von dort aus, uber den Fronten stehend, als pazifistischer Intellektueller sowohl nach Frankreich hineinzuwirken (wo man ihm dies ubelnahm) als auch nach Deutschland (wo man ihn naturgema? kaum horte).

In den zwanziger Jahren und vor allem in den stark politisierten Drei?igern sympathisierte er mit dem 1920 gegrundeten Parti communiste francais und war so einer der nicht wenigen antifaschistischen und prokommunistischen Intellektuellen, die der PCF als "compagnons de route" sehr schatzte – als Mitglieder allerdings gern entbehrte, weil sie der jeweiligen Parteifuhrung meist zu kritisch und nicht diszipliniert genug waren.

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